Jugendschach der Spitzenklasse: 26.Kirnbachopen

Mit dem 26.Kirnbachopen, das alljährlich vom SC Niefern-Öschelbronn ausgetragen wird, startete am 11.10.26 die Jugend-Grand-Prix-Serie der Saison 26/27. In dieser Turnierserie finden in ganz Baden-Württemberg Schnellschachturniere statt, in denen schachbegeisterte Jugendliche Punkte für eine Gesamtwertung sammeln können, die alle Grand-Prix-Turniere der Saison umfasst.
Die Schachjugend Neureut organisierte insgesamt 7 Spieler:innen, die an diesem Ereignis teilnahmen:
Vahin Ashokkumar ging in der U10 ins Rennen, wo er sich in Top-Form zeigte. Souverän arbeitete er sich in den ersten 3 Runden vor der Mittagspause ans Spitzenbrett vor, sodass er mit 3 aus 3 Punkten in Runde 4 gegen den Favoriten dieser Altersklasse antrat: ein junger Pforzheimer mit einer außergewöhnlich starken Elo von 1800, die er nochmals unter Beweis stellte, indem er das
Turnier mit der vollen Punktzahl 7/7 abschloss. So musste sich also auch Vahin geschlagen geben, aber das hielt ihn nicht davon ab, weiterhin sein Bestes zu geben: Am Ende konnte Vahin 5 stolze Punkte und die Trophäe des 3.Platzes erringen. Noch einmal herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!


Für Sanjith Subramanian war das Kirnbachopen die erste Erfahrung in der U14 und das Teilnehmerfeld dementsprechend für ihn ein besonders herausforderndes. Vielen seiner Gegner:innen gelang es, Sanjith in unvorteilhafte Stellungen zu zwingen, doch Sanjith nutzte sein Geschick, um nur eine einzige dieser Partien zu verlieren, indem er sich häufig doch noch ein Remis sicherte. So schaffte er es, stetig an Punkten hinzuzugewinnen und das Turnier mit 4
von 7 Punkten abzuschließen.

In der zusammengelegten Turniergruppe der U18 und der U25 traten dann mit Hannes Jakobi, Michael Ksienzyk, Prithika Subramanian, sowie den Jugendtrainern Jonathan Rügert und Roman Hass auch schon alle weiteren Neureuter an.
Für Hannes verlief das Turnier sehr wechselhaft. Nach einem Sieg in der ersten Runde bekam er direkt seinen Trainer Roman zugelost. In dieser Partie war Hannes tatsächlich gelungen aus der Eröffnung heraus sich deutlich besser zu entwickeln als sein Trainer. In einer taktischen Stellung musste sich Hannes entscheiden, wie er diesen Vorteil verwenden kann. Mit Hilfe einer
Abtauschabwicklung hätte er ein Turmendspiel mit einem Mehrbauer erhalten können, doch Hannes wollte die Stellung noch weiter verkomplizieren, wobei er hierbei leider doch zu freundlich wurde und Roman eine spielentscheidende Mehrfigur schenkte. Ebenso schade war für Hannes eine spätere Partie, die in ein gewonnenes Springerendspiel mündete. Da das Turnier leider ohne Inkrement gespielt wurde, kam Hannes in Zeitnot und verlor in einer reinen
„Springer+König vs. Springer+König“ -Stellung auf Zeit. Letzten Endes erhielt Hannes dennoch eine beachtliche Punktzahl von 3,5/7.
Für Prithika verlief das Turnier sehr vielversprechend mit 3 von 4 Punkten in der ersten Halbzeit, doch dann trat auch sie in der 5.Runde gegen den bedrohlichen Roman an. Weil in der Mittagspause diese Paarung schon bekannt war, scherzten die beiden, dass eine Partie im „Magnus-Carlsen-Gambit“ eine interessante Herausforderung darstellen könnte. Abgemacht wurde also, dass Trainer Roman mit den weißen Steinen seine ersten 6 Züge einfach nur damit
verbringen würde, seine Dame und seinen König „rochieren“ zu lassen, während Prithika sich entwickeln sollte, ohne dabei den royalen Tanz von Roman zu stören. Nach 1.c3 e5 jedoch war Roman verwirrt, ob er dabei nicht doch seine Dame einstellen würde, weshalb er sich entschied – auch den anderen Turnierteilnehmenden fair gegenüber – keine Faxen zu machen und sich den
ganzen Punkt in einer regulären Partie zu sichern. Michael und ein Spieler vom SK Ottenau waren hierbei ihre weiteren Gegner, die ebenso im eigenen Interesse handelten und Prithika mit ihren 3 Punkten aus der ersten Halbzeit das Turnier beenden ließen.
Michael spielte dementsprechend auch eine sehr gute, überzeugende erste Halbzeit und bekam nach seinem Sieg über Prithika niemand Geringeres als den Turnierfavoriten Jonathan als Finalgegner vorgesetzt. Zwar machte Michael keine besonders großen Fehler, doch verschaffte sich Jonathan im Mittelspiel einen kleinen Vorteil, den er bedacht einsetzte, um dann zu siegen.
Für Michael bedeutete dies 4 von 7 Punkten.


Neben dem Geplänkel mit ihren Schützlingen trugen auch Roman und Jonathan gegeneinander eine Partie aus, die von Beobachtern aus der Nähe mit einigem Besorgnis betrachtet wurde. Die Figuren von Roman verschwanden schneller als man es von einer Partie am höchsten Brett des gesamten Turniers erwarten würde. Zu billig war Romans Trickeröffnung und zu unvernünftig hat
er seine Steine bewegt, als dass es anders hätte enden können. Mit seiner typischen selbstkritischen Art rügte Jonathan jede seiner Ungenauigkeiten während er dennoch Punkt um Punkt erspielte – bis er sich der vollen 7 Punkte und des ersten Platzes der U25 verdienstlich
gemacht hatte. Roman hatte mit dem späteren Erstplatzierten der U18 noch ein bisschen mehr zu kämpfen, weil Roman sich in seiner Eröffnungstheorie vertan hatte und sich nach
einem taktischen Fehler geschlagen geben musste. Doch mit 5 aus 7 Punkten und dem zweiten Platz U25 bedeutete dies dennoch die Doppelspitze für Neureut!
Nach diesem langen Marathon der Jugendturniere zum Saisonstart geht’s für die Schachjugend Neureut hauptsächlich erstmal wieder in die Trainingsphase. Das nächste regionale Jugendturnier stellt dann die Bezirksjugendeinzelmeisterschaft am 21./22. November dar, auf die wir uns auch schon sehr freuen!